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Heppenheimer Wehr probt den Ernstfall auf dem Eis
Heppenheimer Wehr probt den Ernstfall auf dem Eis
Eine Schicht hauchfeinen Schnees bedeckte am Samstag und Sonntag die Eisfläche und ließ sie in der Sonne glitzern und funkeln wie zigmillionen winziger Kristalle - nur in der Mitte hatten eifrige Eisbegeisterte eine ovale Bahn und ein eckiges Feld vom Puderzuckerschnee befreit. Unter blauem Himmel flitzten Kinder mit Schlittschuhen über den See, ein Großvater zog sein Enkelchen auf dem Schlitten hinter sich her, Hundebesitzer führten ihre Lieblinge von einem Ufer zum anderen.
Wer weder Schlitten noch Schlittschuhe hatte, ging spazieren, fuhr Fahrrad auf dem Eis oder spielte ein Spiel, das man „Wer kann weiter rutschen?“ nennen könnte: Einfach losrennen, ordentlich Anlauf nehmen und - wenn möglich - kontrolliert zu Boden fallen und so weit schlittern, wie es geht - glücklich, wer einen Schneeanzug trug oder von den Eltern am Rand mit wärmendem Tee oder heißer Schokolade erwartet wurde.
Aber bei allem Spaß, den das Winterwetter derzeit ermöglicht: Das Betreten der Eisfläche ist nicht gestattet. Hinweisschilder am Bruchsee weisen auf das Verbot hin. „Dabei wird es auch bleiben“, sagt Uta Nack-Domesle von der Heppenheimer Stadtverwaltung.
Vor mehr als zwanzig Jahren, Mitte der Achtziger, war das Eislaufen und Herumtollen auf dem Bruchsee zum letzten Mal erlaubt. Wer sich dieser Tage dennoch aufs Eis wagt, tut das auf eigene Gefahr. Und die steigt mit den Temperaturen. Für die kommenden Tage sagt der Deutsche Wetterdienst milderes Wetter voraus. Das Eis wird folglich dünner. „Ich rechne damit, dass es in den nächsten Tagen brüchig wird“, sagt Tobias Tremper, Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr Heppenheim-Mitte. Auf dessen Initiative hin haben am Sonntagnachmittag rund vierzig Mitglieder von Feuerwehr, DLRG und der Ortsvereinigung des Roten Kreuzes geübt, einen Eingebrochenen zu retten. „Dafür mussten wir erst mal mit der Motorsäge ein Loch ins Eis schneiden“, sagt Tremper. Ein Freiwilliger hat sich daraufhin ins eisige Wasser begeben, „natürlich in einem speziellen Überlebensanzug des DLRG.“ Der ist wasserdicht, schützt vor Kälte und hat Auftrieb, sodass der Opfer-Darsteller nicht untergehen kann.
Insgesamt drei Stunden haben die Retter verschiedene Szenarien geprobt. „Wenn das Eis so dick ist, dass die Helfer gefahrlos bis zur Bruchstelle laufen können, ist das etwas anderes, als wenn das Eis schon brüchig ist“, erklärt Tremper. Dann kommen Hilfsmittel wie Leitern zum Einsatz, die Gewicht und Druck der Retter auf der Eisfläche verteilen. Auch der Einsatz eines Bootes kann notwendig sein.
So oder so - entscheidend ist der Faktor Zeit, denn je schneller ein Mensch aus dem eiskalten Wasser geborgen wird, desto größer sind seine Überlebenschancen.
Quelle: echo-online.de
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